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Wieder in der Natur leben

Down Under — wieder unterwegs. Reibungslos startet unser Toyo in der überwachten und gesicherten Garage. Das Dachzelt wird zusammengeschraubt, der Kühlschrank läuft an, der LiIon-Block lädt.

Garage kündigen, Reifenfülldruck anpassen. Tanken, Dieselkanister füllen. Einkaufen, Wasservorräte. Geld abheben, Telstra reaktivieren. Satelliten-Kommunikator aktivieren. Weitere Ersatzteile für die Reparatur der Bullbar beschaffen.

Und viele im letzten Jahr gewonnene Freunde besuchen: Was für eine Freude beim Wiedersehen! Endlose Gespräche, tiefer Austausch bei Kaffee, Kuchen — und früh morgens beim Krabbenfischen! Es ist einfach herrlich.

31 Grad, blauer wolkenloser Himmel. Die Galas krächzen. Das Rütteln und der Staub der Pisten. Und dann wieder die Ruhe, das Rauschen des Windes. Der Duft der Eukalyptuswälder. Wie sich die Kookaburras paarweise in den Schlaf lachen. Der so andere Sternenhimmel. Wieder den ganzen Tag draußen leben, in der Natur.

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Zurück in den Staub!

Noch ein paar intensive Tage hatten wir unseren Bergbauernhof vorbereitet für den Rest des Winters und den Start in den Frühling — hier, auf der Nordhalbkugel. Dazu etwas Organisation, die diesmal ein paar Wochen länger dauert als gedacht: Auslandskrankenschutz abschließen, Visum beantragen, Flüge buchen. Und die diesmal als kombinierte Tickets, da wir im Sommer Australiens die großen Städte des Südens anfliegen möchten: Perth, Melbourne, Sydney.

Aber heute startet der Flieger und es geht wieder los — in den Sommer und den Staub am anderen Ende der Welt, in den Teil 3 unserer Langzeitreise! Und für Euch planen wir wieder viele neue Filme, Bilder und Beiträge über neue Abenteuer Down Under. Helfen wird dabei auch eine neue kleinere Cinema-Kamera und neue Mikrofone.

Wir sind schon wahnsinnig gespannt: Freut Ihr Euch auch schon?

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Adventszeit Down Under und Weihnachten zurück in München

Unglaublich, sage ich mir. Sommer — und die Adventszeit ist bald um, Weihnachten steht nun vor der Tür!


Die 40 Grad der Südhalbkugel tausche ich gegen den Gefrierpunkt im Norden. Zurück in München zur Weihnacht, ein paar Reparaturen am Toyo durchgeführt zum Abschluss dieser zweiten Etappe Down Under, unser mobiles Heim untergestellt in einer überwachten Garage mit Sicherheitsdienst nach den Erfahrungen zu Beginn unserer Expedition.

Da war doch noch etwas? Ja, aber klar: unser Hof fernab! Natürlich, den haben wir nicht vergessen. Und nicht nur dort planen wir für kommendes Jahr einiges, denn neue Ideen haben wir — zu viele!

Aber bevor es für uns in ein paar Wochen wieder zurück nach Australien geht:
Wir hoffen, auch Ihr könnt bereits durchatmen, Euch langsam einstimmen, besinnlich werden. Euch der Festtage bewusst sein. Und habt einen wunderbaren Start in das neue Jahr: Wir wünschen Euch viel Neugierde, neue Begegnungen und spannende Abenteuer!

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Im Südwesten unter der Erde: die Lake Cave

Knapp 4 Kilometer zu Fuß sind wir unterwegs im Leeuwin-Naturaliste Nationalpark zur Lake Cave. Eine tiefe Höhle, aber eigentlich ohne See, vielleicht eher mit einem Fluss. Wenngleich der nur sehr langsam durch die Wand diffundiert.

Vom Cape Naturaliste im Norden haben wir unser Camp über die abwechslungsreiche Cave Road erreicht, die über 100 Kilometer entlang der Küste in etwa 200 Metern Höhe von Cape zu Cape führt. Die Straße liegt größtenteils innerhalb des Nationalparks, daher ist auch für das Fahrzeug eine entsprechende Registrierung erforderlich. Dann geht es an Weinbergen entlang, es finden sich viele Abstecher zu Buchten mit steilen Kalksteinklippen und paradiesischen Surfer-Stränden, aber insbesondere treffen wir dort auf zahllose Höhlen, hunderte. Auch an der Ellensbrook Homestead führt der Weg vorbei, eine ehemalige Rinderfarm der Familie Bussell. Deren Tochter Francis entdeckte die Lake Cave zufällig, als sie mit Ihrem Pferd nach verlorenen Rindern suchte.

Die Höhle kann nur im Rahmen einer Führung betreten werden, ist jedoch die aktivste und tiefste im Südwesten. Für den Abstieg (und später nochmals beim Aufstieg) sind daher auch über 300 Stufen zu bewältigen. Beeindruckend ist die große Zahl an Stroh-Stalaktiten, die von der Decke wachsen: Etwas größer im Durchmesser als die pflanzliche Variante, aber ebenso hohl. Einzigartig ist der abgesetzte Tisch mit mehreren Tonnen Gewicht, der die ursprüngliche Höhe des Wasserspiegels anzeigt, heute jedoch von der Decke in der Luft schwebt.

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Down Under: Weihnachten im Sommer

Sonntag. Und in einem Monat ist Weihnachten! Hier sind es 28 Grad am Strand von Bunbury, das mit über 30.000 Einwohnern bereits zu den größeren Städten zählt. Dafür gibt es aber auch unzählige Kreisverkehre und im Einkaufszentrum des Vorortes Eaton steht der größte Weihnachtsbaum in Westaustralien — leider besteht er jedoch nur aus einzelnen Kunststoffzweigen, die auf einem eisernen Kegelgerüst befestigt sind. Dazu liegen dort überdimensionale Christbaumkugeln, übermenschlich groß. Von der Decke hängen leuchtende Lebkuchenkerle und die Stimmung ist überall ruhig und ausgelassen.

Aber der Tag beginnt früh, die Dämmerung zeigt sich hier schon vor halb fünf. Dann sitze ich am Strand, auf kurzem Golfrasen im Schatten eines kleinen Olivenbaums. Barfuß, mit einem großen Barista-Cappuccino und einem halben Kilo frischer australischer Süßkirschen dazu. Was für eine verrückte Kombination: So fühlt sich hier die vorweihnachtliche Zeit an.

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Stachelige Echsen am Pink Lake: Bartagame

Die großen Brüder sind eher im Zentrum Australiens anzutreffen, aber diese kräftige und gut 30 Zentimeter lange Zwergbartagame läuft uns am Pink Lake über den Sand. Während die größere streifenköpfige Bartagame erkennbar ist an den Stacheln um die Maulwinkel, um das Trommelfell und an beiden Seiten des Körpers entlang bis zum Schwanz, zeigt die Zwergform nur Stachelschuppen in der Kehlregion, die sich nicht aufstellen lassen. Gemeinsam sind den Echsen die oft sehr unterschiedliche Färbung und ein dunkler Streifen zwischen Augen und Trommelfell. Entlang des Rückens sind abwechselnd helle und dunklere Farbsegmente sichtbar, der anschließende Schwanz ist bei den Zwergen etwas unauffälliger gebändert.

Unsere Echse posiert entspannt für die Aufnahme: sonst würde sie den Bart abspreizen. Aber die Tiere sind meist wenig scheu, ruhig und neugierig. Wohl auch daher werden die Tiere in Europa gerne in Terrarien gehalten. Erstaunlich finden wir, dass sie Hitze lieben — gerne in der Sonne bis 45 Grad, denn sie verkriechen sich für die Winterruhe bereits ab Temperaturen von unter 20 Grad.

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Steep Point Eye: am westlichsten Punkt Australiens

Steep Point. Am Overlander Roadhouse, bei dem sich in der Saison die eine oder der andere Langzeitreisende noch ein Burger-Menü schmecken lässt, biegen wir rechts ab auf die Shark Bay Road. Unser Ziel ist der Camp Ground am westlichsten Zipfel des Festlands. An dem Naturstrand sind keinerlei Versorgungsmöglichkeiten gegeben: wir müssen wie immer autark sein. Leider bietet sich auch kein Schatten: der Bewuchs auf dem Fels in der salzigen Luft ist sehr spärlich.

Die Piste zum Most Western Point Australiens wird die letzten gut 40 Kilometer sehr schlecht: tiefe Corrugations. Dann kommt die Düne. In Serpentinen kreuzen wir den Weichsand drei Mal. Trotz Allrad und Sperre reicht der auf 1,8 bar reduzierte Luftdruck in den Reifen nicht, der Toyo gräbt sich ein. Wir hatten ein Hinweisschild passiert mit der Empfehlung von 140 kPa und lassen auf 1,5 bar ab: es geht, an der Steigung so gerade noch. Wie wird der Rückweg werden?

Nach knapp 5 Stunden sind wir am Tip. Der strenge Westwind bläst Wolken zum Festland. Die Aussicht ist der Hammer, der Track lohnt in jedem Fall! Mehr durch Zufall beim Herumwandern finde ich den hier abgebildeten kreisrunden Ausblick im Fels, gut 10 Meter über der rauschenden sich brechenden Brandung, gute 6 Meter im Durchmesser: Ein atemberaubender Platz mit unglaublichem Blick über die blauen Fluten in den blauen Himmel direkt nach Westen. Ich nenne es Steep Point Eye. Von hier sehen wir Delphine und Buckelwale. Zehntausend Kilometer Wasser, sonst nichts — und dann Madagaskar.

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Auf Tuchfühlung mit Blaupunktrochen und Riffhaien

Die Westküste, einfach atemberaubend. Seit drei Tagen sind wir an der Coral Bay, nahe am großen westlichen Korallenriff. Während oftmals nur wenige Meter vom Strand und nicht besonders weit entfernt vom seichten Wasser etliche Riffhaie lauern, treffen wir bei Flut im seichten Wasser der Bucht immer wieder direkt zu unseren Füßen auf die Blaupunktrochen. Oben sind sie gut erkennbar an den dicken blauen Punkten, deren Intensität das Tier jedoch regulieren kann. Zusätzlich sind die flachen Fische zur Tarnung oft halb im weißen Sand eingegraben. Von über einen halben Meter Körperlänge nimmt die Hälfte der kräftige Schwanz für sich ein.

Aber Vorsicht: der wehrhafte Rochen verfügt über zwei Giftstachel! Zwar ist das Gift für Menschen im Regelfall nicht lebensgefährlich, jedoch können die langen Stachel tiefe Wunden reißen: Wer nur durch das flache Wasser watet, wird maximal eine Fleischwunde im Unterschenkel riskieren. Ganz flach im Wasser liegen jedoch Schnorchler, die hier die Verletzung innerer Organe riskieren.

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Traumstrände der Westküste

80 Mile Beach, Cable Beach, Coral Bay. Wie klingt das? Uns lässt es tief entspannt durchatmen: Wir sind seit ein paar Wochen an der Westküste unterwegs, immer am Indischen Ozean entlang. Darunter sind auch Cape Range, Steep Point (der westlichste Punkt des australischen Festlands).

Nach Broome und dem 80 Mile Beach sind wir wieder überrascht von Exmouth: eine kleine Siedlung, ursprünglich 1967 etabliert als Versorgungspunkt für die Sendeanlage Naval Communication Station. Von hier erfolgt die Kommunikation mit U-Booten über Langwellen mit 19,8 kHz und eine Sendeleistung von 1 MW.

Daher ist hier freies Stehen am Strand ab 35 Kilometer vor Exmouth nicht mehr gestattet: der Bereich ist an vielen Stellen militärisch genutzt, außer der genannten großen Sendeanlage beispielsweise für Landeflächen, Radareinrichtungen, Sonnenobservatorium für die Vorhersage der Ionosphäre. Und letztendlich auch für Bombentests. Ein bisschen profitieren davon auch die kommerziellen Campsites, die es auf über 80 Dollar die Nacht bringen. Für uns noch gewöhnungsbedürftig: die hier überall aufgestellten Tafeln zum Cyclone-Status: bisher glücklicherweise immer „All Clear“.

Aber zurück zu den wunderbaren Stränden! Auch Exmouth bietet einen schönen Stadtstrand unter Palmen, freie Duschen — und für uns: einen Coffee-Van! Wieder können wir mit dem Fahrzeug direkt auf den weißen Sand fahren. Und nichts tun.

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Trinkwasser in der heißesten Region — Tom Price

In der heißesten Region Westaustraliens, Pilbara. Es geht südlich von Port Headland ins Landesinnere, zum Karijini Nationalpark. Bereits kurz nach Sonnenaufgang noch vor acht messen wir 34 Grad, mittags sind es 44. Aber hier ist auch erst Frühling. Wir fahren durch eine der ältesten Landschaften der Erde: entstanden vor über zwei Milliarden Jahren, überwiegend geprägt von den gewaltigen Eisenerzvorkommen. So treffen wir auch Tag und Nacht im engen Takt auf den Highways die langen Road Trains an, im Regelfall Züge mit 4 Anhängern. 24/7. Wer Ruhe finden möchte, sucht sich nach Möglichkeit einen Nachtplatz etwas weiter weg von der Straße.

Über die wirklich beeindruckenden Schluchten und Gorges im Nationalpark schreiben wir Euch noch separat. Aber heute waren wir in Tom Price, nur zur schnellen Versorgung. Das bietet sich an, liegt die erst in den 1960er Jahren mit der Aufhebung des Exportverbots für Eisenerze angelegte Siedlung doch direkt westlich vom Park. Für uns zum Aufstocken der Vorräte interessant ist das kleine Einkaufszentrum. Aber wir werden überrascht durch das gut besuchte große Freibad, welches immer erst im Oktober öffnet. Und direkt gegenüber findet sich ein Hahn mit Trinkwasser: so einfach haben wir noch nirgends in Australien Wasser fassen können.

Überhaupt macht die kleine Stadt auf einer Höhe von über 740 Metern, die damit auch höchste Australiens ist, eine sehr gute Figur. Und sie bietet mit dem im Westen liegenden Mount Nameless noch eine Superlative Australiens: der ist mit seinen 1.128 Metern nicht sonderlich hoch, jedoch der höchste mit dem Fahrzeug befahrbare Berg Australiens.

Im chinesischen Cafe holen wir uns noch einen der besten großen Cappuccino unserer Reise ab und starten unsere Fahrt zurück an die Küste, wählen dabei natürlich wieder eine Piste als kürzeste Verbindung, die selten befahrene Nanutarra Road. Nur einmal die Stunde begegnet uns hier auf der Gravel Road ein Fahrzeug: ideal, um einen ruhigen Nachtplatz zu finden.